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Ausstellung

13.03. 30.04.2020

Orange × Stahl

Rupprecht Geiger und Alf Lechner

Das Orange des Farb-Avantgardisten Rupprecht Geiger trifft in der Ausstellung Orange x Stahl die massiven Stahlskulpturen Alf Lechners. Die vollkommene Auflösung in die Farbe war das Ziel des Malers Geiger, während der Bildhauer Lechner mit seinen Skulpturen an die Grenzen der Möglichkeiten der Stahlverarbeitung geht. Beide Künstler, verbunden durch eine Freundschaft, fingen in den 1960er Jahren an, neue Wege der künstlerischen Abstraktion zu verfolgen. Mit Orange x Stahl steht die McLaughlin Galerie im Dialog mit der parallel stattfindenen Ausstellung Rot x Stahl im Lechner Museum Ingolstadt und im Papierhaus des Lechner Skulpturenparks Obereichstätt.

gerundetes Gelb Rupprecht Geiger
gerundetes Gelb, Rupprecht Geiger, 1970

Künstler

1925 – 2017

Alf Lechner wird am 17. April 1925 in München als einziger Sohn bürgerlicher Eltern geboren.

Seine Künstlerlaufbahn beginnt Alf Lechner als Maler. Schon als Junge interessiert er sich stark für Malerei. Er findet einen Lehrer im Landschafts- und Marinemaler Alf Bachmann. Bei ihm lernt er zwischen 1940 und 1948 in München und am Starnberger See das Malen in Öl und Pastell nach der Natur. Er ist der einzige Schüler Bachmanns. Nach dem Abitur kommt er zur Kriegsmarine und landet in Russland in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr 1946 nach München setzt er das Studium bei Alf Bachmann fort.

Lechner fängt an, sich für Metallverarbeitung zu interessieren, und macht 1948 eine Ausbildung zum Schlosser. Sein zeichnerisches Talent und sein Erfindungsgeist lassen ihn erfolgreich Erfindungen machen. Er arbeitet zusätzlich als Grafiker und n Messebauer.1949 gründet Lechner die Firma Litema (Lichttechnik und Metall Verarbeitung) und stellt seine eigenen patentierten Erfindungen her, wie z. B. Operationsleuchten für Zahnärzte. 1952 heiratet er Brigitte Debeaux. Aus der Ehe gehen die Söhne Matthias und Johannes hervor. 1956 Heirat mit Renate von Dehn-Rotfelser. Aus der Ehe gehen die Töchter Veronika, Angelika und Katharina hervor.

1999 gründet Lechner die Alf Lechner Stiftung mit Sitz in Obereichstätt im bayerischen Altmühltal. Im Jahr 2000 wird das Alf Lechner Museum in Ingolstadt feierlich eröffnet. Der preisgekrönte Bau in einer ehemaligen Werkshalle der Autounion macht es möglich, seine massiven und tonnenschweren Skulpturen auch im Innenraum zu zeigen. Lechner entwickelt weiter massive Stahlskulpturen und setzt sich zunehmend mit geometrischen Gesetzen mit Fokus auf den Würfel auseinander. Im gleichen Jahr erhält er den Friedrich-Baur-Preis für bildende Kunst.

2002 wird Alf Lechner das Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im gleichen Jahr gestaltet er den Altarraum der Rokoko-Kirche St. Peter in Rott am Inn und erhält die Auszeichnung „Pro Meritis Science et Litterarum“ vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

2008 wird ihm die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold verliehen. Am Flughafen München wird die massive Großskulptur In München starten, in München landen aufgestellt. 2010 wird das sogenannte Papierhaus im Lechner Skulpturenpark eröffnet, welches vorwiegend Papierarbeiten zeigt. 2013 wird die große Ausstellungshalle des Lechner Skulpturenparks eingeweiht. Alf Lechner stirbt am 25. Februar 2017 in Obereichstätt.

Lechner hinterlässt ein bedeutendes und facettenreiches Œuvre welches über 800 Skulpturen, ein Vielfaches an Modellen und über 4500 zum Teil großformatige Zeichnungen sowie Pastelle und Ölbilder aus seiner Jugend umfasst. Es wird von der Alf Lechner Stiftung mit Sitz im Skulpturenpark Obereichstätt verwaltet.

1908 – 2009

Rupprecht Geiger wird am 26. Januar 1908 als einziges Kind des Malers und Grafikers Willi Geiger und seiner Frau, der Bildhauerin Clara geb. Weiß, in München geboren.

Ab 1936 arbeitet er als Architekt, u. a. für den Münchner Architekten Oswald Eduard Bieber. 1937 heiratet er die Architekturstudentin Monika Bieber. 1938 wird ihr gemeinsamer Sohn Lenz geboren, 1940 folgt Florian. Kurz darauf wird Geiger zum Kriegsdienst eingezogen. Während seiner Stationierung in Wjasma bei Moskau beginnt sein „autodidaktisches Studium der Malerei“ und erste Gemälde entstehen. Nach dem Krieg ist seine Auftragslage als Architekt in München schwierig, und er widmet sich der Entwicklung seiner Malerei. Er nimmt an einer der ersten Nachkriegs-Ausstellungen in Prien am Chiemsee teil sowie 1947 in der Gruppenausstellung Extreme Malerei im Schaezlerpalais in Augsburg.

1952 entdeckt er die Serigrafie als „sein“ Druckverfahren und setzt zum ersten Mal Tagesleuchtfarbpigmente ein. Im Jahr darauf hat er seine erste Einzelausstellung in der Moderne Galerie Otto Stangl in München. 1954 zieht er mit seiner Familie nach Solln.

Nach seiner bis Mitte der 1950er-Jahre andauernden Arbeit mit Eitempera malt Geiger bis Mitte der 1960er-Jahre vorwiegend in Öl. Seine Arbeiten werden nun auch im Ausland, u. a. in den USA, gezeigt. Um 1960 entstehen erste, in sich modulierte Farbfelder. 1964 ist er Teilnehmer der 3. Documenta in Kassel.

1965 wird er Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Er beginnt für zwei Jahrzehnte mit der Luftdruckspritzpistole zu arbeiten, wobei er ausschließlich Tagesleuchtfarbpigmente und Acryl als Bindemittel verwendet. In dieser Zeit deklariert er die „Farbe als geistiges Licht“. Bis zum Ende seiner Lehrtätigkeit 1976 beschränkt er sein Formenvokabular auf Rechteck, Kreis und Oval, um von der reinen Farbe nicht abzulenken.

1968 nimmt er an der 4. documenta teil.

1970 wird Geiger Mitglied der Berliner Akademie der Künste. 1971 entsteht das Werk Gerundetes Rot in der Apsis von St. Ludwig in Ibbenbüren.

Anlässlich seines 100. Geburtstags finden 2008 zahlreiche Ausstellungen und Retrospektiven statt, u. a. in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, und dem Museum für Gegenwartskunst in Siegen.
Am 6. Dezember 2009 stirbt Rupprecht Geiger in München.

Geigers Nachlass wird vom Geiger Archiv verwaltet, welches seinen Sitz im ehemaligen Atelier in Solln hat.

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